Digitale Lernmedien dringen in die Sichtbarkeit vor

Provadis bereitet an seiner Hochschule nicht nur angehende Führungskräfte auf die Digitalisierung vor. Der Bildungsanbieter entwickelt insbesondere für Mitarbeiter in der chemisch-pharmazeutischen Produktion E-Learning-Tools für deren Pflichtschulungen oder digitale Anwendungen, um bei Schichtarbeitern Präsenzschulungen überflüssig zu machen. Dass gleichwohl in der Weiterbildung auch Präsenzveranstaltungen mittels digitaler Lernmittel sinnvoll angereichert werden können, zeigt das von Provadis entwickelte Voting-System. Dieses rückt vor allem die Arbeit des Trainers, Ausbilders oder Lehrers in den Mittelpunkt.

Im Zuge der Veränderungen durch Digitalisierung und Industrie 4.0 steigen die Anforderungen an das Wissen von Mitarbeitern. Unternehmen brauchen Fach- und Führungskräfte, die sich in immer kürzeren Abständen mit neuen Prozessen und Regularien vertraut machen können – oder die sogar in der Lage sind, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das Thema Flexibilisierung, der größte Anwendungsfall von Industrie 4.0, wird die Produktion und Wissensarbeit verändern. „Sicher werden durch die zunehmende Automatisierung Jobs wegfallen, aber umgekehrt werden auch neue entstehen. Und es wird Arbeitsplätze geben, die man nur schwer automatisieren kann“, ist Professor Dr. Richard Beetz, Dozent am Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Provadis Hochschule in Frankfurt, überzeugt. Zu diesen Arbeitsplätzen gehörten Bereiche, in denen Kreativität, menschliche Interaktion oder Überzeugungskraft benötigt würden. „Führungskräfte können in Zukunft zwar mit Big Data große Datenmengen für ihre Geschäfte nutzen, sie müssen aber trotzdem in der Lage sein, ihre Mitarbeiter zu motivieren, und sich die dafür notwendigen Kompetenzen aneignen“, sagt Beetz. Den kommenden Führungsnachwuchs auf diese Aufgaben und die virtuelle Kommunikation und Zusammenarbeit in der Arbeitswelt vorzubereiten, ist ein Ziel des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Technology & Management der Hochschule. „Unsere Studenten kommen aus unterschiedlichsten Branchen, zum Beispiel aus der chemischen Industrie, aber auch von Banken oder aus der Telekommunikationsbranche“, sagt Professor Dr. Peter René Holm, Dozent am Fachbereich Betriebswirtschaftslehre. „Ich erlebe sehr viel Offenheit gegenüber dem Thema Industrie 4.0. Die Digitalisierung wird als Chance für neue Produkte und neue Arbeitsweisen angesehen. Als großer Bildungsdienstleister nehmen wir die Themen in den Lehrplan auf und sensibilisieren die Studentenfür die Fähigkeit des vernetzten Denkens“, sagt Holm. Provadis arbeite aber auch daran, die eigenen Abläufe zu verbessern und digitale Lösungen zu finden. Schon heute spielt das Thema Digitalisierungin der Bildung eine wichtige Rolle. Digitale Lernmittel können bedingt durch ihre Flexibilität individuelles Training ermöglichen. Auch wenn Präsenzschulungen und der direkte Austausch mit einem Trainer nach wie vor für eine erfolgreiche Weiterbildung wichtig sind, bietet die digitale Wissensvermittlung große Vorteile. Sie kann ortsunabhängig und auf das jeweilige Lerntempo zugeschnitten Wissen vermitteln. Voraussetzung für einen effizienten und rentablen Einsatz von E-Learning-Tools ist eine hohe Flexibilität in der Anwendung. Schulungsinhalte müssen ohne hohen Aufwand individuell eingepflegt werden können.

WORKPLACE LEARNING MIT DIGITALEN SCHULUNGSPRODUKTEN

Erfolgreiche Anwendungsbeispiele für diese spezifizierten E-Learning-Module sind Provadis-Produkte, die für die Schulung von Mitarbeitern in der chemisch-pharma- zeutischen Produktion zum Einsatz kommen.
Seit vielen Jahren beschäftigen sich unsere Bildungsexperten auch in der Ausund Weiterbildung explizit mit dem Thema Weiterbildung 4.0 und unterstützen Unternehmen und ihre Mitarbeiter mit maßgeschneiderten Lösungen. Durch ihre didaktische Kompetenz und Branchenkenntnis können die Experten unterschiedliche Mitarbeitergruppen auf die fortschreitende Digitalisierung in der Industrie vorbereiten und anwendungsorientierte digitale Schulungsprodukte für Produktionsbereiche entwickeln. Provadis wurde für ein solches Schulungsprojekt zusammen mit dem Pharmaunternehmen Sanofi mit dem „eLearning AWARD“ in der Kategorie „Workplace Learning“ ausgezeichnet. In diesem Projekt ging es darum, Pflichtschulungen, beispielsweise zum Thema Alarm- und Gefahrenabwehrorganisation, für Produktionsmitarbeiter über E-Learning-Module umzusetzen. Zum Einsatz bei Sanofi kam die „FIT²-Lernbox“, eine Softwarelösung, die in nur wenigen Minuten aus einer Datenvorlage (z.B. PDF oder PowerPoint) ein Trainingsdokument generiert und über eine beliebige Lernplattform zur Verfügung stellt. Das interaktive Dokument ist in der Regel nach wenigen Minuten erstellt und kann in das eigene Learning-Management-System exportiert werden. 

Fachzeitschrift Personalführung