Mehr Change Agents für nachhaltigen Wandel notwendig

Nachbericht: Umsetzungsprozess des UNESCO-Weltaktionsprogramms für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf dem Berliner Agendakongress „In Aktion“, 28. November 2017

„Eine wirksame Bildung für nachhaltige Entwicklung muss den Kontext in Unternehmen in den Blick nehmen. Change Agents können nur dann wirksam den Wandel in Unternehmen gestalten, wenn sie die bestehenden Sachzwänge verstehen und auf dieser Basis Veränderungen initiieren und gestalten können“, so Hannes Utikal, Leiter des Zentrums für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN) der Provadis Hochschule auf dem Agendakongress. „Die Verankerung von Nachhaltigkeitskompetenzen im Unternehmen erfordert einen integrierten Ansatz und sollte den verschiedenen Akteuren – dem Einzelnen, den Unternehmen, der Gesellschaft und der Umwelt einen greifbaren Nutzen stiften“, so Utikal.

Gemeinsam mit der Provadis GmbH richtete das ZIN im Namen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) einen Experten-Workshop auf dem Berliner Agendakongress zum Thema „Zwischen Change Agents und Greening der Arbeitswelt: Nachhaltigkeitskompetenzen in Aus- und Weiterbildung“ in Kooperation mit den Verbänden Life e.V., UnternehmsGrün e.V., dem Deutschen Netzwerk für Wirtschaftsethik (DNWE) und der EU-Innovationsinitiative Climate-KIC aus. Im Workshop wurden verschiedene Kompetenzansätze und Praxisbeispiele, wie u.a. das europäische Zertifizierungsprogramm für Innovationskompetenzen, Certified Professional und das ANLIN-Projekt der Provadis zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der Berufsausbildung, vorgestellt. Vor dem Hintergrund des im Juni 2017 verabschiedeten Nationalen Aktionsplans für Bildung für nachhaltige Entwicklung diskutierten zahlreiche Akteure der deutschen Bildungslandschaft in Berlin, wie das politische Rahmenprogramm nun strukturell verankert werden kann.

Insgesamt ist der Aktionsplan mit seinen 130 Zielen und 349 Handlungsempfehlungen ein erster guter Schritt, dennoch sieht das ZIN weiteren Handlungsbedarf - vor allem auf Seiten der Unternehmen: Zunächst muss ein grundlegendes Verständnis dafür geschaffen werden, was Nachhaltigkeitskompetenz in einzelnen Berufsfeldern bedeutet - auch die jeweiligen Branchenspezifika müssen dabei bedacht und Maßnahmen darauf zugeschnitten werden. Weiterhin, muss der Kompetenzförderung zur Nachhaltigkeit in der Industrie ein größerer Stellenwert beigemessen werden, um den Umsetzungsprozess des UNESCO-Weltaktionsprogramms auf Landesebene zu ermöglichen. Die Einbindung und Vernetzung der Industrieakteure spielt künftig hierfür eine wesentliche Rolle.

Das Video zum Workshop kann hier abgerufen werden.

Im Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN) bündelt die Provadis-Hochschule ihre interdisziplinären Forschungs-, Beratungs- und Hochschullehraktivitäten im Themenfeld der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Das Zentrum ist interdisziplinär ausgerichtet und setzt auf enge Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

 

Kontakt:

Katharina Knoll
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN)
E-Mail: Katharina.Knoll@provadis-hochschule.de
Tel.: +49 69 305-45720