Klimawandel: Strategische Implikationen für Unternehmen der Industrie

Klimawandel: Strategische Implikationen für Unternehmen der Industrie

In einem Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der University of Oxford und Infraserv Höchst wurden die aus dem Klimawandel resultierenden strategischen Implikationen insbesondere für die energieintensiven Unter- nehmen der Industrie untersucht. Gesucht wurden Antworten auf die Fragen: Welche Entwicklungen hinsichtlich Klimawandel und Klimaschutz- politik können erwartet werden? Welchen Einfluss haben diese

Entwicklungen auf die Geschäftsmodelle der Unternehmen der Industrie und deren Kunden? Gibt es landesspezifische Unterschiede in der Klimapolitik, die die Attraktivität einzelner Standorte verbessern oder verschlechtern? Unter proaktiver Berücksichtigung, ist Klimawandel ein strategischer Wettbewerbsvorteil in der Zukunft?

Hintergrund/Forschungsgegenstand

Der Klimawandel wird sich auch auf Unternehmen auswirken und sie zukünftig vor immer größere Herausforderungen stellen. Aus diesem Grund hat sich in jüngster Zeit die Managementforschung auch häufiger mit Fragestellungen zum Klimawandel und seinen strategischen Auswirkungen auf die Unternehmen beschäftigt. Die Analysen und Konzeptionen der Wissenschaft standen zum Zeitpunkt der Studienkonzeption jedoch noch in einem sehr allgemeinen Kontext. Konkrete Modelle oder auch Best-Practice-Beispiele für einzelne Branchen waren in der Literatur und in der Forschung kaum zu finden. Darüber hinaus schien der Zusammenhang zwischen Wissenschaft und unternehmerischer Realität noch nicht ausreichend erörtert. Diese offenen Punkte sollten angegangen werden und im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden der Klimawandel und seine strategischen Implikationen auf die Chemie- und Pharmaindustrie analysiert.

Methodik und Aufbau des Forschungsprojektes

Das Projekt wurde im Zeitraum Juni 2009 bis Juni 2010 an der Provadis Hochschule durchgeführt. Beteiligt waren sowohl Vertreter der Wissenschaft als auch aus dem Management, um eine Verzahnung beider Bereiche sicherzustellen. Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert: In einem Grundlagenforschungsteil wurden sowohl der naturwissenschaftliche als auch der politische Diskurs hinsichtlich des Themas Klimawandel analysiert und anschließend einander gegenübergestellt. Ziel war dabei, zum einen den aktuellen Stand der naturwissenschaftlichen Kenntnisse über den Klimawandel ersichtlich zu machen. Zum anderen wurden Schlussfolgerungen hinsichtlich zu erwartender Entwicklungen in der Klimaschutzpolitik gezogen. Die Analyse des naturwissenschaftlichen Diskurses erfolgte dabei anhand der Artikel (1988 bis heute) aus den Magazinen Nature und Science.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Grundlagenforschung, wurden im zweiten Teil durch angewandte Forschung die konkreten Auswirkungen der Klimaschutzpolitik auf die Unternehmen analysiert. Ziel dabei war es, aufzuzeigen, welche Relevanz die Klimaschutzpolitik für Unternehmen der Chemie- und der Pharmaindustrie besitzt. Darüber hinaus wurde erörtert, ob und inwiefern die Thematik vom Klimawandel und der Klimaschutzpolitik in den strategischen Prozess der Unternehmen zu integrieren ist. Antworten auf diese Fragen wurden zum einen durch umfangreiche Interviews mit Experten der Branche gefunden. Darüber hinaus wurden in Diskussionsrunden mit Experten aus den Unternehmen und mit Wissenschaftlern diese Fragestellungen erörtert.

Einige Ergebnisse wurden in der Fallstudie „Global Climate Change and the Need for Local Action: The Corporate Climate Strategy of Infraserv Höchst” veröffentlicht und können bei „The Case Company“ bestellt werden.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Hannes Utikal
Leiter Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit
Dozent Fachbereich Betriebswirtschaftslehre
Tel.: +49 69 305-13730
E-Mail: hannes.utikal(at)provadis-hochschule.de

Forschungsprofil
Fachliche Schwerpunkte: Strategie, Marketing und Nachhaltigkeit